Diese Woche stand ganz im Zeichen meines viertägigen Ausflugs zum Uluru-Kata Tjuta National Park. Doch bevor ich am Dienstag abflog war ich am Montag noch am bekannten Bondi Beach in Sydney. Wie Manly Beach ist es ein Strand in unmittelbarer Nähe von Sydney, aber das Publikum könnte anders nicht sein. Sieht man am Manly Beach vor allem Familien mit Kindern und Leute wie du und ich, bevölkern Bondi Beach vor allem (möchtegern) Models, gewichtsstemmende Muskelmänner, braungebrannte Surfer und sonstige Kreaturen, denen es in erster Line ums Sehen und Gesehenwerden geht. Schon alleine deswegen lohnt sich ein Besuch, doch der anschliessende Costal Walk nach Coogee hat gezeigt, dass es noch so manch andere schöne Bucht gibt. Allerdings scheint an manchen Stränden mehr verboten als erlaubt zu sein.
Nach der Übernahme meines Mietautos (ein Hyundai Getz) machte ich mich zuerst zum Ayers Rock Resort auf, um in der Outback Pioneer Lodge einzuchecken. Gleich nachher ging’s zum Uluru und obwohl ich den Berg schon mindestens hundert Mal auf Bildern und im Fernsehen gesehen hatte, konnte ich mich kaum mehr aufs Fahren konzentrieren, als ich ihn endlich sah. Ich war fasziniert (bin es noch immer), beeindruckt, sprachlos.
Nach einem Besuch im Cultural Center habe ich mich zu den wohl mehreren Hundert anderen Touristen gesellt, die geduldig auf den Sonnenuntergang gewartet haben. Kein Wunder wollten sich dieses Farbenschauspiel so viele Leute anschauen, denn es war einfach gewaltig. Abgesehen von den verschiedenen Rot- und Brauntönen des Bergs zeigten sich auch am Himmel die unterschiedlichsten Farbtöne, aber als Mann kenne ich ja nur Rot, Blau, Gelb und Grün und kann deswegen nicht sagen, ob der Himmel nun pink, lila, violett, aquamarinblau, kadettblau, hellrosa oder vielleicht doch eher zyanblau war.
Am Mittwoch Morgen um 05:30 Uhr stand ich auf, um den Sonnenaufgang am Uluru zu bewundern. Der war zwar auch wunderschön, aber das Farbenspiel beim Sonnenuntergang hat mir irgendwie besser gefallen. Oder ob es vielleicht daran lag, dass es soooo früh am Morgen war? Danach habe ich mich auf die Umrundung des Uluru gemacht, den sogenannten Base Walk. Wenn man so nahe am Berg war, sah er nochmals ganz anders aus als aus der Ferne, aber keinesfalls minder spektakulär. Viele Teile des Uluru durfte man nicht fotografieren, da es heilige Orte für die Anangu Aborigines sind. Nach der 2 ½ stündigen Wanderung fuhr ich zurück ins Resort und gönnte mir einen gemütlichen Nachmittag mit Nichtstun.
Tags darauf fuhr ich zu den Kata Tjuta (Olgas), die rund 50 km von der Lodge entfernt sind. Dort stoppte ich zuerst bei der Sunset Viewing Area, um einen guten Platz für den später folgenden Sonnenuntergang auszukundschaften. Anschliessend machte ich den Walpa Gorge Walk durch eine rund ein Kilometer lange, eindrucksvolle Schlucht, gefolgt vom Valley of the Winds Walk, einem spektakulären, einsamen rund 7.5 Kilometer langen Wanderweg durch eine einmalige, abwechslungsreiche Landschaft zwischen den Olgas hindurch. Danach fuhr ich zur Sunset Viewing Area zurück und sicherte mir den besten Platz für den Sonnenuntergang, der wie schon zwei Tage zuvor beim Uluru einzigartig schön war.
Am Sonntag fuhrt ich mit dem Zug in das rund 150 Kilometer entfernte Newcastle, wo ich Tim besuchte, den ich vor rund 10 Jahren auf einer Reise durch Mexico, Guatemala und Belize kennen gelernt hatte. Er zeigte mir die Sehenswürdigkeiten in und um Newcastle und am Montag, dem ANZAC Day, gingen wir am Mittag zusammen ins Pub um Two-up zu spielen. Two-up ist ein Glücksspiel, welches in Australien legal nur am ANZAC Day gespielt werden darf. Es soll an die Australischen und Neuseeländischen Soldaten erinnern, die im 1. Weltkrieg Dienst leisteten, da dieses Glücksspiel häufig unter den Soldaten gespielt wurde. Vielleicht war es nur Anfängerglück, aber als um 16 Uhr Schluss war mit dem Spiel hatte ich nicht nur einige kühle Biere intus sondern auch stolze A$ 85.— gewonnen.
So, das wars schon fast aus Australien, denn am Mittwoch geht es weiter und zwar nach Singapur. Dort werde ich eine Woche bleiben, bevor ich schon wieder ins Flugzeug steige und meine Reise fortsetze. Wohin? Ach, ihr kennt mich doch langsam, das wird erst im nächsten Blog verraten, heute in einer Woche. Also, bis dann!
Thomas