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Sonntag, 3. April 2011

Felsen, Tiere und die ganz grosse Leidenschaft der Aussies

(Woche 32 vom 28. März bis 3. April 2011)

Diese Woche war sehr abwechslungsreich. Am Montag bin ich in Richtung
Great Ocean Road aufgebrochen. Zuerst dominierten einzigartige Strände, die ganz im Zeichen der Surfer stehen. Unter anderem Bells Beach, an dem jeweils an Ostern legendäre internationale Surfmeisterschaften stattfinden.


Nach der Ortschaft Lorne wurde die Strasse dann sehr kurvenreich und die Küste sehr spektakulär. Bei Kennett River gab es dann eine Pause von der atemberaubenden Küstenstrasse und die Koalas standen im Vordergrund. Zuerst brauchte ich ein wenig Geduld, bis ich den ersten Koala auf einem Baum entdeckte, doch dann sah ich hier einen und dort einen und dann nochmals einen. Die Tierchen sehen einfach zu süss aus, am liebsten möchte man so einen gleich mitnehmen und knuddeln. Leider war aber gerade Mittagszeit und die Koalas dachten gar nicht daran, vom Baum herunter zu kommen.


So fuhr ich halt alleine zu den Zwölf Aposteln weiter und kam dort rechtzeitig zum Sonnenuntergang an. Diese Felsformationen sind schon spektakulär und ändern ihre Farbe je nach Sonnenstand. So verstand es sich von selbst, dass ich auch zum Sonnenaufgang vom 20 km entfernten Campingplatz wieder dorthin fuhr und ein drittes Mal nach dem Frühstück bei vollem Tageslicht.


Von Warrnambool ging es dann Richtung Norden in den Grampians National Park. Leider waren im Nationalpark aufgrund von Unwettern fast alle Strassen gesperrt und so musste ich auf Umwegen (via Ararat) nach Halls Gap fahren. Aber der Umweg hat sich gelohnt, denn Halls Gap ist bekannt dafür, dass man dort viele Kängurus sehen kann. Und tatsächlich, nach einem kurzen Fussmarsch kam ich zu einer Wiese, auf der unglaublich viele Kängurus grasten. Ich hab sie nicht gezählt, aber es waren bestimmt mehr als 50, vielleicht sogar 100. Habe mich dann in die Wiese gesetzt und die Tiere beim grasen beobachtet. Irgendwann allerdings habe ich mich gefragt, wer denn nun wen beobachtet, denn immer wieder hat sich ein Känguru aufgerichtet und in meine Richtung geschaut. Später kamen noch zwei Emus auf die Wiese. Dieses Erlebnis war einfach einzigartig, wenn man bedenkt, dass wir in der Schweiz Kängurus nur im Zoo durch einen Zaun hindurch sehen können und hier sass ich keine fünf Meter von den Tieren entfernt und das in freier Wildbahn. Das war einfach genial.

Am nächsten Tag ging es dann via Ballarat zurück in Richtung Melbourne. Unterwegs machte ich noch mit anderen Tieren Bekanntschaft: ganze Schwärme von Heuschrecken knallten gegen Windschutzscheibe und Frontpartie meines Campers, es hörte sich wie ein Platzregen an. Zum Glück musste ich für die Camperabgabe am nächsten Tag nur den Innenraum des Campers putzen.

Von Freitag bis Sonntag war ich in Melbourne und habe am Samstag Bekanntschaft mit der grössten Leidenschaft der Aussies gemacht: Football. Aber Achtung, Football ist nicht gleich Fussball und auch nicht gleich Rugby. Football in Australien hat eigene Regeln. Das Spiel zwischen North Melbourne (auch Kangaroos genannt) und Collingwood war eine einseitige Angelegenheit (das Spiel endete 56:143), aber als neutraler Fan habe ich mich über die vielen Tore und die tolle Atmosphäre im Etihad Stadion gefreut.

Die restliche Zeit in Melbourne habe ich mit Shopping und Sightseeing verbracht.

Am Montag fahre ich dann mit dem Zug von Melbourne nach Sydney. Wie die 11 ½ stündige Zugfahrt verlaufen ist und was ich in Sydney erlebt habe, könnt ihr in einer Woche an dieser Stelle lesen.

Thomas




Sonntag, 27. März 2011

Good Bye New Zealand – Welcome Australia

(Woche 31 vom 21. bis 27. März 2011)

Die letzten Tage in Christchurch waren nicht sehr aufregend. Das Zentrum der Stadt (Central Business District oder kurz CBD) war immer noch abgesperrt. Anfänglich wollte ich mir einige der nicht gesperrten Teile der Stadt anschauen gehen, aber als ich die Bilder im Fernsehen sah, wie es dort auch einen Monat nach dem Erdbeben teilweise noch aussieht, fand ich es unangebracht, als Tourist mit Kamera bewaffnet mir das anschauen zu gehen. Zudem gab es in den drei Tagen, in denen ich in Christchurch war, mehr als zehn Nachbeben, wovon eines der Stärke 5.1. Das hat mir gereicht und ich habe meine Aktivitäten auf Coiffeur, waschen, Internet, Weiterreise planen, Camper putzen, packen, etc. beschränkt.

Am Mittwoch Abend bin ich in Melbourne angekommen und tags darauf habe ich meinen Camper übernommen.


Eigentlich stand die Great Ocean Road auf dem Programm, aber da das Wetter und auch die Vorhersagen für diesen Teil von Victoria so schlecht waren, suchte ich nach etwas anderem “Great“ und fand die Great Alpine Road im östlichen Teil von Victoria. Als ich am Abend in Bairnsdale, dem Startpunkt der 308 km langen Great Alpine Road angekommen bin, war ich schon sehr gespannt auf die Australischen Alpen. Die Fahrt zum höchsten Punkt, dem Mount Hotham (1‘868 m) war sehr abwechslungsreich und oben angekommen gab es tatsächlich Sessellifte und Skipisten, wie bei uns in den Alpen. Natürlich war alles grün und ich fragte mich, wie oft es hier oben wohl Schnee hat. Auf der Autobahn ging’s zurück nach Melbourne.


Der Samstag und Sonntag stand ganz im Zeichen des Formel 1 Rennens in Melbourne, meinem zweiten live Rennen nach Hockenheim 2008. Der Wow-Effekt von damals blieb dieses Mal zwar aus (den hat man als Gelegenheitsfan der Formel 1 wohl nur beim ersten Rennen), trotzdem war es ein tolles Erlebnis, zumal die beiden Sauber Piloten Pérez und Kobayashi* als auch der Schweizer Sébastien Buemi unter den ersten 10 klassiert waren.

Morgen sollte es dann klappen mit der Great Ocean Road, jedenfalls sagt der Wetterbericht sonnige Abschnitte während der nächsten zwei Tage voraus. Wie es war, könnt ihr nächste Woche nachlesen.

Thomas

* leider wurden beide nachträglich disqualifiziert weil irgend ein Teil an ihrem Rennauto nicht regelkonform war :-(